Spatenstich für Hospiz-Neubau diesen Herbst

Gerade in Coronazeiten ist die anonyme 100.000-Euro-Spende eine große Hilfe für die Hospiz-Stiftung Gifhorn.

Daniela König

Gifhorn Fast 6,3 Millionen Euro – so teuer wird der Hospizneubau an der Lindenstraße in Gifhorn. Bis zu zwölf sterbenskranke Menschen sollen hier ihre verbleibende Lebenszeit in Ruhe und Würde verbringen können. Ein Thema, das den anonymen Spender, der seit Jahren in unserer Region hohe Summen verteilt, dazu bewogen hat, 100.000 Euro zu spenden – alles aus versteuertem Einkommen, wie er versichert.

Am Montag traf die Gifhorner Rundschau den Vorstandsvorsitzenden der Hospiz-Stiftung Gifhorn, Alexander Michel, und Vorstandsmitglied Dr. Margarete Oelke-Hofmann zur feierlichen Übergabe der selbst gestalteten Wundertüte. „Es gibt Menschen, die ein weites Herz und ein großes Verständnis für Notlagen anderer haben und bereit sind, etwas von ihrem Vermögen abzugeben. Ich habe Hochachtung vor demjenigen, der auch noch eine so hohe Summe gibt“, freut sich Michel nach seiner Urlaubsrückkehr. Gern würde sich der Vorstand persönlich bei dem Wohltäter bedanken, doch der möchte wie immer anonym bleiben. „Meine Zuwendung möchte ich verstanden wissen als Dank und Anerkennung für alle Helfer, besonders den Ehrenamtlichen, die uneigennützig dazu beitragen, sterbenden Menschen zu helfen und sie zu trösten“, schreibt der Spender an die Stiftung.

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Alexander Michel, Vorsitzender Hospiz-Stiftung Gifhorn, und Vorstandsmitglied Dr. Margarete Oelke-Hofmann freuen sich über die anonyme 100.000-Euro-Spende für den Bau des Hospizhauses, der 2020 starten soll. König

Die 100.000-Euro-Spende ist eine riesige Hilfe, doch die Stiftung ist auf weitere Zuwendungen dringend angewiesen. Nach aktueller Kassenlage komme die Stiftung inklusive Zuschüssen von Stadt und Kreis sowie diversen Spenden auf insgesamt 1,3 Millionen Euro. 300.000 Euro von der Deutschen Fernsehlotterie seien zusätzlich abrufbereit, weitere Spenden zugesagt worden. Doch ob diese trotz Corona auch tatsächlich fließen werden? Laut Michel sei das Spendenmarketing der Stiftung mit dem Corona-Shutdown auf null runtergefahren worden. Auch viele Firmen, die gern bereit wären, Geld zu spenden, wissen noch nicht, wie es weitergeht – und ob am Ende des Tages Geld zum Verschenken übrig bleibt.

Dabei hatte die Stiftung noch Anfang des Jahres einen guten Lauf, die Spendenbereitschaft der Menschen sei zwischen Januar und März, also vor Corona, höher gewesen als 2019. Doch seit März tut sich kaum etwas. „Wir wollen daher an die Kirchengemeinden herantreten und auch in den Samtgemeindeblättern werben“, meint Michel. Das Geld, das unsere Leser im Rahmen des Goldenen Herzens gespendet haben, ist geparkt und wird ausschließlich für die Einrichtung eines Spielzimmers verwendet.

Zum zeitlichen Ablauf meint Michel, dass noch in dieser Woche Versorgungsleitungen gelegt werden sollen. Der Vertrag mit dem Generalunternehmer solle in spätestens zwei Wochen unterzeichnet werden. „Wir rechnen mit einer Grundsteinlegung im Herbst.“

GR 11.08.2020

 

Spendenmärchen beschert Gifhornern 100.000 Euro

Diesmal wählt der anonyme Spender die Hospiz-Stiftung aus. Der Baustart für das Hospizhaus an der Aller steht kurz bevor.

Daniela König

Gifhorn Als Alexander Michel am Dienstag das Handy in die Hand nimmt, ahnt er nichts. Als er erfährt, dass der anonyme Spender in unserer Region wieder unterwegs ist und diesmal die Hospiz-Stiftung Gifhorn auserkoren hat, muss er sich setzen.

Denn die Summe, um die es geht, ist gewaltig: 100.000 Euro hat der Unbekannte samt Wundertüte und selbst gestaltetem Plakat der Redaktion Gifhorn anvertraut, die der Hospiz-Stiftung für den Bau des Hospizhauses direkt an der Aller zugute kommen sollen. „Eine überaus wichtige Einrichtung, die schwerstkranken Menschen das Sterben erleichtert und deren Angehörigen Entlastung bringt“, heißt es in dem beiliegenden Brief an die Redaktion.

 

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Daniela König, Redakteurin in der Lokalredaktion Gifhorn, nahm das selbst gebastelte Plakat samt Geld in Empfang, um es der Hospiz-Stiftung Gifhorn weiterzureichen. Maximilian Wiescher

Die feierliche Übergabe an den Vorstand wird Anfang kommender Woche erfolgen. „Jetzt muss ich erst mal Luft holen“, sagt der Vorsitzende der Hospiz-Stiftung. Als ihn die gute Nachricht erreicht, erwischen wir ihn im Urlaub. „Da haben wir gedacht, wir können uns mal eine Woche Abwesenheit erlauben, da kommen Sie mit so einer Hammer-Nachricht“, freut er sich.

Die Hospiz-Stiftung kann das Geld gut gebrauchen. Für den Neubau an der Lindenstraße in Gifhorn sind 6,1 Millionen Euro veranschlagt, jeder Cent zählt. Eigentlich hätte es im Juni losgehen sollen mit den ersten Bauschritten, doch weil Corona auch Auswirkungen auf die Baufirmen hatte, „können wir froh sein, wenn es im September losgeht“, so Michel.

Das geplante Hospiz soll eine zentrale Anlaufstelle sein und die Arbeit der Stiftung, der Hospizarbeit Gifhorn und des Palliativnetzes unter einem Dach vereinen. Acht Plätze für sterbenskranke Menschen werden dort im Obergeschoss vorgehalten, auf bis zwölf Plätze kann erweitert werden. Die Bewohner werden in dem Gebäude nicht nur medizinisch versorgt und gepflegt, sondern sollen vor allem zur Ruhe kommen und die ihnen verbleibende Zeit würdevoll verbringen können.

Die Idee dazu hatte der ehemalige Palliativmediziner Jörg Dreyer aus Groß Oesingen. Zusammen mit der evangelischen und katholischen Kirche, der Stadt und dem Landkreis, dem Palliativnetz, der Hospizarbeit und mit Unterstützung der Sparkasse Celle-Gifhorn-Wolfsburg wurde die Stiftung gegründet.

Erst vergangene Woche hatte der Spender 20.000 Euro an die Tierhilfe Wolfsburg gespendet. Seit vier Jahren beglückt er die unterschiedlichsten Organisationen in unserer Region mit seinem Geldsegen. Im Landkreis Gifhorn hatte er zuletzt das Tierschutzzentrum in Ribbesbüttel mit 10.000 Euro unterstützt.

GR 05.08.2020

Mit dieser Spende rückt der Hospiz-Bau wieder etwas näher

Landfrauenverein Brome und Dorfnetzwerk Tülau-Voitze übergeben Erlös der Masken-Nähaktion an Hospizstiftung

Von Christina Rudert

Tülau. Sie haben genäht und genäht und genäht: 25 Frauen haben für das Dorfnetzwerk Tülau-Voitze und den Landfrauenverein Brome ehrenamtlich Behelfs-Masken erstellt. Ungefähr 1500 dieser Masken entstanden. Und mehr als die Hälfte davon gaben die Näherinnen gegen eine freiwillige Spende zugunsten der Hospizstiftung ab. Vorsitzender Alexander Michel freute sich riesig, als er jetzt vor Meyers Blockhütte 2000 Euro in Empfang nahm.

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Mit selbstgenähten Masken erwirtschaftet: Landfrauenverein Brome und Dorfnetzwerk Tülau-Voitze spenden Alexander Michel 2000 Euro für die Hospizstiftung. Foto: Sebastian Preuß

Meyers Blockhütte hatten die Näherinnen bewusst als Ort für die Spendenübergabe ausgewählt, denn dort wurden die Behelfs-Masken kontaktlos von den Näherinnen abgeliefert und kontaktlos von den Nutzern abgeholt, die ihre Spenden dort ebenfalls kontaktlos abliefern konnten. Silvia Reder, Teamvorsitzende des Landfrauenvereins, und die Moderatorin des digitalen Dorfnetzwerkes Tülau-Voitze Hanna Meyer gaben jetzt die gesammelten Spenden weiter an Alexander Michel.

In den schwierigen Zeiten der alles beherrschenden Corona-Pandemie halten die Menschen zusammen – und so lief auch in Tülau-Voitze wie vielerorts die Produktion der so genannten Behelfs-Masken auf Hochtouren, nachdem der Niedersächsische Landfrauenverband die Masken-Aktions ins Leben gerufen hatte. Die Nähmaschinen glühten, die 25 Frauen nähten, was die Nadeln hergaben. In Kontakt blieben sie dabei mit Hilfe von WhatsApp und über das Dorfnetzwerk Tülau-Voitze auf der digitalen Plattform „nebenan.de“. Das erste Ziel der Näherinnen war es, den großen Bedarf vieler Einrichtungen von ambulanten Pflegediensten über Altenheime und Dialysezentren bis hin zu Sozialstationen schnellstmöglich zu bedienen. Und nachdem dann Ende April im Landkreis Gifhorn beim Betreten von Geschäften und bei der Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel das Tragen einer Maske zur Pflicht wurde, fiel in der Samtgemeinde Brome die Entscheidung, die Behelfs-Masken auch an Privatpersonen abzugeben. Dann allerdings gegen eine Spende zugunsten der Hospizstiftung, die das Projekt des Baus eines Hospizhauses wuppen will.

Rund 700 Behelfs-Masken wurden unentgeltlich an soziale Einrichtungen übergeben, weitere 800 an Privatpersonen und Familienangehörige.

Die Näherinnen weisen in Beipackzetteln darauf hin, dass ihre Behelfs-Masken weder geprüft noch zertifiziert sind und lediglich ein Hilfsmittel darstellen, das andere Menschen eingeschränkt vor Tröpfcheninfektion beim Sprechen, Husten und Niesen schützt. Die Masken müssen vor dem ersten Tragen ebenso wie nach jeder Benutzung bei 60 Grad gewaschen werden – alternativ können sie bei mindestens 70 Grad im Backofen getrocknet oder mit etwas Waschmittel in einem kleinen Topf kurz aufgekocht und anschließend mit klarem Wasser ausgespült werden. Nun ist mit der Näherei der Landfrauen und des Dorfnetzwerkes erstmal Schluss. „Wir würden aber, wenn es nötig wäre, schnell wieder aktiv werden“, sagt Hanna Meyer.

AZ 17.06.2020

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2000 Euro für die Hospizarbeit

Der Kalenderverkauf des Wesendorfer Apothekers bescherte den Organisationen eine große Überraschung.

Wesendorf Schon seit Jahren bietet der Wesendorfer Apotheker Ahmed El-Hawari in der Advents- und Weihnachtszeit seinen Kunden einen hübschen Kalender an, den sie gegen eine Spende erwerben können. So auch im vergangenen Jahr, als El-Hawari erneut 3000 Kalender in seinen Apotheken auslegte und die Kunden regen Gebrauch davon machten. Den Erlös lässt der Apotheker immer wieder einem gemeinnützigen Zweck und vor allem der Kinder- und Jugendarbeit zukommen.

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Über die Spende von Apotheker Ahmed El-Hawari (rechts) zeigte sich Alexander Michel von der Hospiz Stiftung Landkreis Gifhorn sehr erfreut und dankte den Kunden für ihr soziales Engagement. Hans-Jürgen Ollech BZV

Dieses Mal gingen 1000 Euro an die Hospiz-Stiftung für den Landkreis Gifhorn und weitere 1000 Euro an das Kinder-Hospiz Sternenbrücke in Hamburg. Darüber freute sich der Vorsitzende der Hospiz-Stiftung für den Landkreis Gifhorn, Alexander Michel, ganz besonders, da der Bau des Hospizhauses in Gifhorn nun bald beginnen kann.

Michel bedankte sich sehr herzlich beim Apotheker für die großartige Spende, die im Neubau des Hospizhauses gut angelegt sei. Und der Apotheker richtete noch einmal ein herzliches Dankeschön an seine Kunden aus, die sich seit vielen Jahren mit ihrer Spende für den guten Zweck einsetzen und in der Advents- und Weihnachtszeit den Kalender gegen eine Spende erwerben. red

GR 27.02.2020

Hospiz-Stiftung holt Neubau-Angebote ein

Mit der Baugenehmigung für das Gebäude an der Lindenstraße gibt es nun einen Zeitplan.

Reiner Silberstein

Gifhorn Für die beiden Vorstände der Hospiz-Stiftung Alexander Michel und Reinhard Jung sei es am Dienstag ein glücklicher Moment gewesen: Die beiden nahmen im Gifhorner Rathaus von Doris Linack (Fachbereichsleiterin Bauordnung), Carola Gerlach (technische Sachbearbeiterin) und Bürgermeister Matthias Nerlich die lang ersehnte Baugenehmigung für das geplante Hospiz entgegen.

Auf die Lieferung per Post wollte Michel nicht warten, sondern das Paket lieber persönlich abholen, gab er zu. Nerlich hatte Verständnis, dass die Übergabe „zelebriert“ wurde: „Jetzt herrscht noch mehr Gewissheit.“ Dass dürfte auch einen neuen Schub für die Spendenbereitschaft geben.

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Carola Gerlach (von links), Reinhard Jung, Alexander Michel, Matthias Nerlich, Doris Linack und Rolf Amelsberg waren bei der Übergabe der Baugenehmigung im Rathaus dabei. Reiner Silberstein

Den Bauantrag hatte die Stiftung im vergangenen August gestellt. Doch bei der Komplexität des Projekts waren immer wieder noch Details zu erklären und Dokumente nachzureichen. Michel: „Wir haben schon viele Vorarbeiten geleistet. Wir mussten klären, über welche Wege der Müll abtransportiert wird und wo welcher Baum stehen bleibt.“ „Die letzten Unterlagen waren im Januar da“, sagte Linack. Und die Stadt sei recht schnell im Genehmigungsverfahren gewesen, freute sich Nerlich: „Das Hospiz ist uns auch ein sehr wichtiges Anliegen.“

Der Stiftungsvorstand sei in der Zwischenzeit aber auch anderweitig aktiv gewesen, so Jung: „Wir haben schon Angebote eingefordert.“ In etwa zwei Monaten dürften diese eintrudeln. Etwa im Juni wolle die Stiftung den ersten Spatenstich ansetzen. „Wir warten nur noch auf die Genehmigung, noch eine Hand voll Bäume fällen zu dürfen.“ Für die soll es Neupflanzungen geben. Doch die Zeit drängt: Ab März sind Fällungen wegen der beginnenden Brutzeiten nicht mehr erlaubt. Wenn alles nach Plan läuft, könnte das Haus schon etwa Weihnachten 2021/22 bezugsfertig sein.

Rolf Amelsberg dankte dem Vorstand vertretend für das Stiftungskuratorium für das Engagement: „Sie treiben das immer weiter voran.“ Inzwischen gibt es auch die Zusage, dass die Baufahrzeuge die Zufahrt über den Parkplatz im Norden nutzen können. Mit allen Zusagen und Zuschüssen habe die Stiftung bereits 25 Prozent der Baukosten von rund 6,3 Millionen Euro als Eigenkapital zusammen, sagte Michel.

GR 19.02.2020