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Spendenmärchen beschert Gifhornern 100.000 Euro

Diesmal wählt der anonyme Spender die Hospiz-Stiftung aus. Der Baustart für das Hospizhaus an der Aller steht kurz bevor.

Daniela König

Gifhorn Als Alexander Michel am Dienstag das Handy in die Hand nimmt, ahnt er nichts. Als er erfährt, dass der anonyme Spender in unserer Region wieder unterwegs ist und diesmal die Hospiz-Stiftung Gifhorn auserkoren hat, muss er sich setzen.

Denn die Summe, um die es geht, ist gewaltig: 100.000 Euro hat der Unbekannte samt Wundertüte und selbst gestaltetem Plakat der Redaktion Gifhorn anvertraut, die der Hospiz-Stiftung für den Bau des Hospizhauses direkt an der Aller zugute kommen sollen. „Eine überaus wichtige Einrichtung, die schwerstkranken Menschen das Sterben erleichtert und deren Angehörigen Entlastung bringt“, heißt es in dem beiliegenden Brief an die Redaktion.

 

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Daniela König, Redakteurin in der Lokalredaktion Gifhorn, nahm das selbst gebastelte Plakat samt Geld in Empfang, um es der Hospiz-Stiftung Gifhorn weiterzureichen. Maximilian Wiescher

Die feierliche Übergabe an den Vorstand wird Anfang kommender Woche erfolgen. „Jetzt muss ich erst mal Luft holen“, sagt der Vorsitzende der Hospiz-Stiftung. Als ihn die gute Nachricht erreicht, erwischen wir ihn im Urlaub. „Da haben wir gedacht, wir können uns mal eine Woche Abwesenheit erlauben, da kommen Sie mit so einer Hammer-Nachricht“, freut er sich.

Die Hospiz-Stiftung kann das Geld gut gebrauchen. Für den Neubau an der Lindenstraße in Gifhorn sind 6,1 Millionen Euro veranschlagt, jeder Cent zählt. Eigentlich hätte es im Juni losgehen sollen mit den ersten Bauschritten, doch weil Corona auch Auswirkungen auf die Baufirmen hatte, „können wir froh sein, wenn es im September losgeht“, so Michel.

Das geplante Hospiz soll eine zentrale Anlaufstelle sein und die Arbeit der Stiftung, der Hospizarbeit Gifhorn und des Palliativnetzes unter einem Dach vereinen. Acht Plätze für sterbenskranke Menschen werden dort im Obergeschoss vorgehalten, auf bis zwölf Plätze kann erweitert werden. Die Bewohner werden in dem Gebäude nicht nur medizinisch versorgt und gepflegt, sondern sollen vor allem zur Ruhe kommen und die ihnen verbleibende Zeit würdevoll verbringen können.

Die Idee dazu hatte der ehemalige Palliativmediziner Jörg Dreyer aus Groß Oesingen. Zusammen mit der evangelischen und katholischen Kirche, der Stadt und dem Landkreis, dem Palliativnetz, der Hospizarbeit und mit Unterstützung der Sparkasse Celle-Gifhorn-Wolfsburg wurde die Stiftung gegründet.

Erst vergangene Woche hatte der Spender 20.000 Euro an die Tierhilfe Wolfsburg gespendet. Seit vier Jahren beglückt er die unterschiedlichsten Organisationen in unserer Region mit seinem Geldsegen. Im Landkreis Gifhorn hatte er zuletzt das Tierschutzzentrum in Ribbesbüttel mit 10.000 Euro unterstützt.

GR 05.08.2020