Hospizstiftung steht ohne Grundstück da

Die Hoffnung auf einen Standort am Fuß des Weinbergs hat sich zerschlagen

Von Christian Franz

Gifhorn. Wo - und wann - kann das zunehmend dringlicher benötigte Hospizhaus für Gifhorn errichtet werden? Die Suche nach einem ge­eigneten Standort beginnt für die Hospizstiftung von Neuem. Das bestätigte Vorstand Alexander Michel auf Anfrage.

Die im Herbst mit dem Kurato­rium diskutierte Möglichkeit, ein baureifes Grundstück am Fuß des Weinbergs zu kaufen, hat sich zer­schlagen. Zwar war der Eigentü­mer, der Schwülperaner Architekt Gemot Wegener, verkaufsbereit. Doch dessen nachgewiesene Kos­ten für das bereits beplante 4100-Quadratmeter-Areal über­forderten die Stiftung finanziell.

Bereits ihre ursprünglichen Pläne, ein Ackerbürgerhaus im Steinweg 4 zum Knickwall zu er­weitern, hatte die Stiftung aufge­ben müssen, weil sie dafür den Teil eines Nachbargrundstücks hätte hinzukaufen müssen - für gefor­derte 500 000 Euro.

Die Stadt Ist gefragt

Vorstand Michel sagte auf Anfra­ge, die Stiftung spreche nun mit weiteren privaten Grundstücksei­gentümern und nochmals intensi­ver mit der Stadt über denkbare Adressen für ein Hospiz.

Der mögliche Nachteil: Von der Ursprungsidee eines Hospizhau­ses mitten im städtischen Leben entfernt sich die Stiftung rein räumlich immer weiter. Der Vor­teil: Ein Grundstück in noch zu planenden neuen Wohngebieten könnte für die Bedürfnisse des

Hospizes m

aßgeschneidert wer­den einschließlich eines Gartens und einer Erweiterungsoption. Die Oldenburger Facharchitektin Andrea Geister-Herbolzheimer bleibt dem Vernehmen nach mit im Boot.

Denkbare Standorte des Hospi­zes wären - ohne Bestätigung von Michel - der geplante neue Gesundheits- und Pflege campus am westlichen Ortsausgang der Kern­stadt zwischen Celler Straße und Walkeweg oder eine Fläche in dem für 2018 geplanten Baugebiet Ho­hes Feld am Wilscher Weg. Dort hätte die Stiftung den Vorteil, dass sie das Bauland von der stadteigenen Grundstücks- und Erschließungsgesellschaft GEG

erwerben könnte. Zu verschenken hat auch dieses Unternehmen nichts. Die GEG kann aber gesell­schaftlich gewünschte Nutzungen und Strukturen einpreisen und über bloße Renditeerwartungen hinaus kalkulieren.

Ob weitere Standorte in Frage kommen, ließ Michel offen, beton­te aber: „Wir haben natürlich Per­spektiven.“

Der Pflegebedarf steigt

Die sind auch dringend nötig. Denn der Bedarf an Begleitung für sterbenskranke Menschen ist in den vergangenen Jahren stetig ge­wachsen. Zuletzt betreute das Gifhorner Palliativ-Netzwerk von Verein Hospizarbeit, Ärzten   erwerben könnte. Zu verschenken hat auch dieses Unternehmen nichts. Die GEG kann aber gesell­schaftlich gewünschte Nutzungen und Strukturen einpreisen und über bloße Renditeerwartungen hinaus kalkulieren.

Ob weitere Standorte in Frage kommen, ließ Michel offen, beton­te aber: „Wir haben natürlich Per­spektiven.“

Der Pflegebedarf steigt

Die sind auch dringend nötig. Denn der Bedarf an Begleitung für ste

rbenskranke Menschen ist in den vergangenen Jahren stetig ge­wachsen. Zuletzt betreute das Gifhorner Palliativ-Netzwerk von Verein Hospizarbeit, Ärzten und spezialisierten Pflegediensten kreisweit 80 Patienten. Nicht alle können ihre letzte Lebensphase bei ihrer Familie verbringen. Patienten in benachbarten Hos­pizhäusern zu pflegen, ist aller­dings nicht nur wegen der Entfer­nungen nach Wolfsburg oder Braunschweig schwierig. Die Ein­richtungen dort sind oft voll be­legt.

Gifhorner Rundschau 30.12.2017

 

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Diesen Blick vom Hang des Weinbergs auf die Innenstadt werden künftige Hospizbewohner nicht bekommen.

Die Hoffnung der Stiftung, ein Grundstück an der Lüneburger Straße zu erwerben, hat sich zerschlagen.              

Foto: Franz

 

 

Weiter kein Beschluss zu Hospizhaus

Gifhorn. Wo und in welcher Größe entsteht Gifhorns dringlich benötigtes Hospizhaus? Die Entscheidung bleibt nach der jüngsten Sitzung des Kuratoriums der Hospizstiftung offen. Nachdem die Stiftung ihren lange verfolgten Wunschstandort am Steinweg 4 aufgeben musste, weil sich mit einem Nachbarn keine Einigung über den Ankauf eines Grundstücksteils erzielen ließ, stand am Montag die Entscheidung über den Standort Lüneburger Straße an. Dort könnte die Stiftung ein baureifes 4000-Quadratmeter-Areal am Fuße des Weinbergs erwerben.

Sprecher Alexander Michel sagte auf Anfrage: „Die Sitzung hat sich bis in den späten Abend hingezogen. Wir sind nicht fertig geworden. Es müssen weitere Gespräche geführt werden, ob wir das Projekt wuppen können.“  Um das zu klären, seien mehreren Kuratoriumsmitgliedern „Hausaufgaben“ aufgegeben worden. Wann das Kuratorium erneut tagen werde, ließ Michel offen. Er räumte aber ein: „Die Zeit drängt. "

cf

Gifhorner Rundschau 08.11.2017

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2017 10 18 AZ

Aller Zeitung 18.10.2017