Die Architektinnen Andrea Geister-Herbolzheimer (zweite von links) und My Linh Cao (Mitte) stellten ihre Pläne dem Stiftungsvorstand vor.

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Die Hospiz-Stiftung Gifhorn errichtet für 6,1 Millionen Euro einen Neubau für zwölf Gäste.

Daniela König

Gifhorn Ein Ort, an dem sterbenskranke Menschen zur Ruhe finden, sich geborgen fühlen, ihre verbleibende Lebenszeit mit ihren Familien verbringen können. Ein Ort, an dem sie medizinisch rundum versorgt werden. Ein Ort, an dem Angehörige eine zentrale Beratungsadresse haben, an dem Mitarbeiter der Hospiz-Stiftung, Hospizarbeit Gifhorn und des Palliativnetzes in ihren Büros Ansprechpartner sind.

All das soll das geplante Hospiz an der Gifhorner Lindenstraße direkt an der Aller vereinen. Um die Idee des ehemaligen Palliativmediziners Jörg Dreyer zu realisieren, hatte der Groß Oesinger zusammen mit Vertretern der evangelischen und katholischen Kirche, Stadt und Landkreis, Palliativnetz Gifhorn, Hospizarbeit Gifhorn und mit Unterstützung der Sparkasse Celle-Gifhorn-Wolfsburg die Hospiz-Stiftung Gifhorn ins Leben gerufen.

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Alexander Michel (von links), Reinhard Jung und Ulrich Gasa vom Vorstand der Hospiz-Stiftung Gifhorn zeigen das Modell des geplanten Hospizhauses. Daniela König

Für 6,1 Millionen Euro soll ein Haus entstehen, das zunächst mit acht Plätzen startet. Ohne bauliche Veränderungen lassen sie sich problemlos auf zwölf Plätze erweitern. Und so soll es konkret aussehen: Im Erdgeschoss angesiedelt sind Büroräume der Ehrenamtlichen, die sich mit palliativen und hospizlichen Aufgaben befassen. Besprechungsräume, ein Kaminzimmer, ein Küchen- sowie Essensbereich, mehrere Lager- und Mehrzweckräume sowie eine Terrasse mit Blick auf die Aller runden das Bild ab. Ein Raum der Stille soll als Rückzugsort dienen, um sich gemeinsamen zu verabschieden, Gespräche mit dem Pastor für eine Andacht zu führen oder einen Gesprächskreis für die Trauerbegleitung abzuhalten.

Auch an die Kleinsten ist mit einem Spielzimmer gedacht. „Es soll kindgerecht eingerichtet werden“, sagt Vorstandsvorsitzender und Gründungsmitglied Alexander Michel. Denkbar wäre auch, dass Ehrenamtliche die Betreuung in der Spielecke übernehmen. Dort sollen die Kinder, deren Familienmitglieder an einer unheilbaren Krankheit leiden, auf andere Gedanken kommen.

Im Obergeschoss befinden sich die zwischen 21 und 25 Quadratmeter großen Zimmer der Gäste. Ein Durchgang trennt ein separates, geräumiges Familienzimmer in zwei Räume: einen für den sterbenskranken Gast, einen mit einem Bett für den Ehepartner oder andere Angehörige, wenn der Abschied naht. Auf derselben Etage liegt die Einsatzzentrale der Krankenschwestern, Mediziner und Ärzte. Ein großer Gemeinschaftsraum lädt zum Verweilen ein. Eine Klimaanlage nach neuesten energetischen Standards sorgt für gute Durchlüftung.

„Das Hospiz soll familiengerecht sein, damit man die schwere Zeit zusammen als Familie durchsteht“, betont Vorstandsmitglied Ulrich Gasa. Denkbar wäre auch, das Hospiz zugänglich für Schulklassen zu machen, wie es in anderen Hospizen schon Praxis sei. Michel: „Es soll ein offenes Haus sein für alle.“

Um die 6,1 Millionen Euro aufbringen zu können, ist der Vorstand dringend auf Spenden angewiesen. Bei einem Kapital von 1,7 Millionen Euro will die Hospiz-Stiftung in die Finanzierung gehen. Aber: „Dazu fehlen noch 500.000 Euro.“ Erfahrungsgemäß sei die Spendenbereitschaft größer, wenn das Projekt greifbar ist – sprich: wenn gebaut wird. Doch noch steht die Baugenehmigung der Stadt Gifhorn aus. Die Hospiz-Stiftung hofft trotzdem, im Frühjahr den Spatenstich machen zu können, so dass das Haus 2021 bezugsfertig wäre. „Jede Kleinspende ist uns lieb und hilfreich.“ Und eines sei klar: Eines Tages auf ein Hospiz angewiesen zu sein – „so etwas kann jedem passieren.“

GR 15.01.2020