Hospiz für Gifhorn: Baustart für Millionen-Projekt verschiebt sich

Baugenehmigung wird in den nächsten Tagen erwartet – Arbeiten sollen einem Generalunternehmen übertragen werden

Von Uwe Stadtlich

Gifhorn. Der Baustart für das Gifhorner Hospiz muss verschoben werden. Erst im Frühsommer soll nun der Startschuss für das 6,3-Millionen-Euro-Projekt fallen. Warum es zu der zeitlichen Verzögerung von einem halben Jahr gekommen ist, erläuterte am Donnerstag der Stiftungsvorstand.

Der Bauantrag für den Neubau sei am 13. August 2019 im Gifhorner Rathaus abgeben worden, blickt Stiftungsvorstand Alexander Michel zurück. Brandschutz-Aspekte, Küchenplanung, Arbeitsweg-Beschreibungen oder Gestaltung des Außengeländes: Immer wieder seien notwendige Detailunterlagen zum Bauantrag nachgereicht worden. „An solchen Fragen hängt nun einmal eine Baugenehmigung – diese Arbeit hat viel Zeit gekostet“, ist Michel nun jedoch glücklich darüber, dass es vermutlich noch in dieser Woche grünes Licht aus dem Rathaus geben wird. Sofort nach Vorliegen der Baugenehmigung wollen Michel und Vorstandsmitglied Reinhard Jung mit drei ausgewählten Generalunternehmen aus dem Landkreis Gifhorn in Kontakt treten und Projekt-Angebote einholen. „Wir gehen davon aus, dass dann mindestens noch einmal acht Wochen ins Land gehen“, so Michel. Die Baubeschreibung, die die Unternehmen für eine Preisfindung analysieren müssten, sei nämlich mehr als 150 Seiten stark.

„Unsere Vorplanungen sind beendet“, so Michel. Auch die Ausführungsplanung sei von der beauftragten Oldenburger Architektin Andrea Geister-Herbolzheimer erstellt und an den notwendigen Stellen nachgebessert worden. „Wir hinken ein halbes Jahr hinterher – möglicher Baubeginn könnte nun im Frühsommer 2020 sein“, geht Michel auf den Zeitplan ein. „Man muss dann mit einer Bauzeit von mindestens einem Jahr rechnen“, hofft Michel darauf, dass Gifhorns Hospiz in der zweiten Jahreshälfte 2021 in Betrieb gehen kann.

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Baustart um ein halbes Jahr verschoben: Gifhorns Hospizhaus entsteht ab Frühsommer 2020 an der Lindenstraße. Fotos (3): Torben Niehs

Ausgaben für Planung, Grundstückskauf und Bau: Michel und Jung beziffern die Gesamtkosten auf rund 6,3 Millionen Euro. Die Stiftung verfüge aktuell über 13 Prozent Eigenkapital, weitere 13 Prozent an zugesagten Zuschüssen würden mit Baubeginn fließen. „Wir starten mit einem Eigenkapitalanteil von rund 25 Prozent“, so Michel. Die Projektfinanzierung  habe man „solide und konservativ“ durchgerechnet. Zudem werde der Stiftungsvorstand in den kommenden Wochen das Einwerben von größeren Spenden intensivieren. Gifhorner Unternehmen würden angesprochen. „Die Sache läuft“, ist Alexander Michel zufrieden.

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Betrieben wird das Gifhorns Hospizhaus nach Fertigstellung von Pflegedienst-Expertin und Firmenchefin Bettina Tews-Harms. „Wir starten am Anfang mit acht Betten – eine Erweiterung auf zwölf Betten ist jedoch problemlos möglich“, erläutert Tews-Harms, die in die Vorbereitungen eng eingebunden ist. Entstehen werde ein „palliativmedizinisches Zentrum“. „Unsere Büroräume sind mit eingeplant, wir sind mit im Boot“, versichert Ingrid Pahlmann, die seit Sommer 2018 Chefin des Vereins Hospizarbeit Gifhorn ist. Im Verein engagieren sich inzwischen mehr als 50 Sterbebegleiter ehrenamtlich.

Gebaut wird das Gifhorner Hospizhaus auf einem rückwärtigen Grundstück in der Lindenstraße. Die 3200 Quadratmeter große Fläche befindet sich hinter der ehemaligen Villa Wiggers, die die Wohnungsbaugenossenschaft 2016 modernisiert hat und in der Gifhorns Notfunkdienst Tagespflege anbietet.

AZ 07.02.2020